
Wer immer nur durch sein eigenes Fenster blickt, sieht zwar den Himmel, aber niemals den Horizont in seiner ganzen Weite. Wir neigen dazu, unsere vertraute Aussicht für die ganze Welt zu halten – unsere Werte, unsere Erfahrungen und unsere tägliche Routine bilden den Rahmen, der unser Bild von der Realität begrenzt.
Wahre Weitsicht entsteht nicht durch die Schärfe des Blickes, sondern durch die Bereitschaft, die Perspektive zu wechseln.
Ein kleines Beispiel: Ich gehe zu unserem Spargelhäuschen und möchte gerne Spargelabschnitte… und sag nebenbei, ich will mal eine Frühlingssuppe mit Spargel ausprobieren. Er daraufhin, er könne nicht kochen. Meine Antwort, ich koche sehr gerne, und dann erzählt er, er hat nie kochen gelernt, er ist 14 Jahre in einem Waisenhaus aufgewachsen… Dieses kurze Gespräch hat mir einen Einblick in eine mir unbekannt Welt vermittelt, die dazu führt, dass ich den Mann für seine Hingabe in seinem Spargelhäuschen nun besonders schätze und selbst für mein Leben und meine Familie noch dankbarer bin.